Hundemäntel liegen voll im Trend. Bei manchen Leuten löst der Anblick eines verpackten Hundes einen Aufschrei des Entsetzens aus, es wird von Vermenschlichung und sogar von Tierquälerei gesprochen.
Vielleicht missfällt es den Hunden tatsächlich, in einem Mantel zu stecken, wirklich darunter leiden werden sie wohl aber auch nicht. Und wer viel Geld in Hundegarderobe investiert, der muss seinen Vierbeiner doch sehr lieben.
Besser ein Zuviel an Liebe als zu wenig. Wenn ich an grässlich misshandelte und verstümmelte Hunde denke, die es leider allzu oft gibt, dann stelle ich mir lieber ein gesundes, verhätscheltes Exemplar vor mit Strasshalsband und Übergangsmäntelchen in Seidensamt.
Viele Leute möchten an Weihnachten nur ungern auf einen traditionellen Gänsebraten verzichten. Dagegen gibt es auch nichts einzuwenden.
Doch man kann es wohl kaum befürworten, dass im Ausland, z. B. in Ungarn, massenweise Gänse in kleine Käfige gezwängt und maschinell zwangsernährt werden.
Auf diese Weise bringt man die armen Tiere in nur wenigen Wochen zur Schlachtreife. Krankheit und Tod vor Erreichen des Schlachtgewichtes werden medikamentös verhindert.
Hat man auch nur den Gedanken, zum Fest ein Tier zu verschenken, bzw. ins eigene Heim aufzunehmen, muss man sich – auch als ausgesprochener Tierfreund, gezwungenermaßen “tierisch schlecht” fühlen. Denn allgemein ist es so, dass man von unserer Gesellschaft geächtet wird, sollte man soetwas Bitterböses vorhaben.
Natürlich gibt es diese Felle, äh – Fälle, in denen unüberlegt irgendein Tier gekauft wird, über dessen Wesen und Bedürfnisse der neue Besitzer vielleicht nur wenig Ahnung hat.
Ein paar Tage nach Weihnachten kümmert sich dann niemand mehr drum. Der Hamster verschläft ständig die Zeit, in der er Streicheleinheiten und Fürsorge erhalten könnte, das Katzenkind ist zu wild und zerkratzt ihrem neuen Besitzer die Hände und das gute Sofa.
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